Am Ende des Zweiten Weltkrieges befand sich die französische Staatsbahn (SNCF) in einem desolaten Zustand. Viele Lokomotiven waren in den sechs Kriegsjahren zerstört worden und es bestand ein akuter Mangel an Lokomotiven für eine für den Wiederaufbau Frankreichs unentbehrliche neue Flotte. Die französische Fertigungsindustrie konnte diesem Bedarf nicht begegnen und man entschied sich daher, eine größere Stückzahl bei US-amerikanischen Lokomotivherstellern in Auftrag zu geben. Ein Ingenieursteam der SNCF reiste daher zu Spezifikationsbesprechungen in die USA.

Das Ergebnis waren die Lokomotiven 141R. Diese Zweizylinder Loks mit einfacher Dampfdehnung basieren auf dem Design der amerikanischen „Mikado“, wurden aber extensiv modifiziert und an europäische Bahnanlagen angepasst. Auf Grund der robusten Ausführung, geringen Unterhaltskosten und hohen Zugkraft waren die Lokomotiven umgehend ein durchschlagender Erfolg.

Es wurden sowohl kohle- als auch ölgefeuerte Lokomotiven hergestellt. Vier Lokomotivhersteller in den USA und Kanada - Lima, Baldwin, Alco und Montreal - waren damit beschäftigt, der Nachfrage zu begegnen. 1948 war die Flotte komplett (mit Ausnahme von 12 Lokomotiven, die zusammen mit dem Frachter, auf dem sie transportiert wurden, im Nordatlantik versanken).

Von dieser Flotte sind nur noch sechs Lokomotiven im betriebsfähigen Zustand. Zwei davon befinden sich in der Schweiz: die beeindruckende ölgefeuerte Lokomotive 141R 1244 des Vereins Mikado in Zürich und ihre große Schwester, die kohlegefeuerte 568, in Schaffhausen nördlich von Zürich.